Paul Robert Schneider

Geburtsdatum:
29.08.1897 in Pferdsfeld, Krs. Kreuznach

Todesdatum:
18.07.1939

Sterbeort:
Buchenwald

Der Pfarrerssohn arbeitete nach seinem Theologiestudium in Dortmund am Hochofen und in Berlin bei der Stadtmission. 1926 heiratete er und wurde Pfarrer in Hochelheim und Dornholzhausen. Dem Nationalsozialismus begegnete er zunehmend kritisch. Im Oktober 1933 wurde er angezeigt und ein halbes Jahr später nach Dickenschied und Womrath versetzt. In den folgenden Jahren wurde er mehrmals verhaftet; 1937 wurde der Vater von sechs Kindern aus dem Gebiet der rheinländischen Kirche ausgewiesen. Da er in seiner Gemeinde jedoch weiterhin Gottesdienste hielt, wurde er im Oktober verhaftet und im November nach Buchenwald gebracht. Er änderte sein widerständiges Verhalten nicht: Am 20. April 1938 weigerte er sich beim Appell zu Hitlers Geburtstag, die Mütze abzunehmen. Man brachte ihn in den Arrestzellenbau. Dort verbrachte er unter Qualen die 14 Monate bis zu seinem Tod. Von seinem Zellenfenster aus rief er beim Appell den Häftlingen Botschaften zu und sprach mit diesen "Predigten" vielen, auch nichtchristlichen Mithäftlingen Mut zu. Schließlich wurde Pfarrer Schneider durch den Lagerarzt mit einer Überdosis Strophanin getötet.

"Wie fliegen auch für uns Jüngere über der Trübsal die Wochen und Monate dahin! Möchten wir nur lernen und reifen an dem, was uns aufgegeben wird, und überwinden!" (Paul Schneider in einem Brief an seine Frau Margarethe, Buchenwald, 3. Juli 1939)


(D. Kinast)

Haftnummer:
2491