Karl Beckert

Geburtsdatum:
18.04.1876 in Neukirchen, Sachsen

Todesdatum:
16.07.1938

Sterbeort:
Buchenwald

Der Spinnereibesitzer und Familienvater Karl Beckert wurde am 7. Juli 1938 zusammen mit dem Schriftsteller Ernst Wiechert als politischer Gefangener in das Konzentrationslager Buchenwald eingeliefert. Zehn Tage später, nachdem ihn die SS auf dem Prügelbock zerschlagen hatte, starb er im Häftlingskrankenbau. Ihm und seinen Leiden hat Ernst Wiechert in der Person des „Vaters Hermann“ ein Denkmal gesetzt.
„Vater Hermann erschien ihm wie ein Beispiel, das das Schicksal vor ihm aufrichtete. Dieser Mensch hatte in seinem Leben sicherlich niemandem etwas Böses zugefügt. Er hatte seine Fabrik geleitet, für die Seinigen und für seine Arbeiter gesorgt. Sein ganzes Wesen bestand aus einer reinen Güte. Sein Leben hatte zweiundsechzig Jahre gedauert, sauber, fleißig und still. Nun lud man ihm Steine auf den Rücken, gab ihm eine Schaufel in die Hand und stieß ihn vor sich her. Er hatte unter ‚Freunden‘ geäußert, dass der Propagandaminister an seinen Volksempfängern wahrscheinlich eine Menge Geld verdiene, und einer dieser Freunde hatte ihn denunziert.
[...]
den Toten zum Gedächtnis,
den Lebenden zur Schande,
den Kommenden zu Mahnung.“

Ernst Wiechert: Der Totenwald. Ein Bericht. Mit einem Essay von Klaus Briegleb, Suhrkamp Verlag Frankfurt a. Main 2008, S. 90, 138.

Haftnummer:
5376