Dr. Arnold Grünfeld

Geburtsdatum:
11.03.1887 in Kremsier (Kromeriz), Mähren

Todesdatum:
19.07.1941

Sterbeort:
Sonnenstein [14.07.1941]

Geboren als Kaufmannssohn in der mährischen Stadt Kremsier, verlor er bereits mit 15 Jahren seine Eltern. Er wuchs bei Verwandten auf, erwarb die höhere Reife, konnte studieren, promovierte 1909 in Erlangen über mittelalterliche Religionsphilosophie und besuchte danach das bedeutende Rabbinerseminar Breslau. Mit 27 Jahren führte er die Synagogengemeinde von Eger (Cheb), war Feldrabbiner im 1. Weltkrieg an der russischen und italienischen Front, später übernahm er das Rabbineramt in Iglau (Jihlava), das er mit Hingabe und offenem, liberalem Geist bis 1939 ausfüllte. Nach der Annektion des Sudetenlandes wurde die Synagoge von Iglau zerstört. Seine Tochter rettete sich durch die „Jugend-Alijah“ nach Palästina, er selbst gehörte zu den 2.000 prominenten Persönlichkeiten der Tschechoslowakei, die bei Kriegsbeginn in das KZ Dachau und bald darauf nach Buchenwald verschleppt wurden. In der Gaskammer der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein ermordete ihn die SS. Dort wird heute an ihn erinnert.
(P. Nowak)

Haftnummer:
3847