Dr. Martin Gotthard Gauger

Geburtsdatum:
04.08.1905 in Elberfeld, Rheinprovinz

Todesdatum:
23.07.1941

Sterbeort:
Sonnenstein [15.07.1941]

Kindheit und Jugend verbrachte er in der Geborgenheit eines wohlhabenden, religiösen Elternhauses in Elberfeld. Das gab ihm Halt in bewegter Zeit. Er studierte Recht und Volkswirtschaft und stand 1933, mit abgeschlossenem Staatsexamen, vor einer juristischen Karriere. Doch angesichts des Mordterrors der Nationalsozialisten lehnte der 29-Jährige den geforderten Treueid auf Hitler ab. Man entließ ihn aus dem Staatsdienst; er arbeitete als Justitiar für die Bekennende Kirche in Berlin. Als überzeugter Gegner des Krieges verweigerte er jeden Beitrag dafür und entzog sich 1940 der Einberufung zur Wehrmacht. Unter Lebensgefahr floh er in die Niederlande, bald darauf über Deutschland Richtung Schweizer Grenze, wo ihn deutsche Grenzposten anschossen. Krankenhaus, Gestapogefängnis Düsseldorf, KZ Buchenwald waren die weiteren Stationen. Hier setzte die SS ihn auf die Liste eines Todestransportes. Er wurde in der Tötungsanstalt Sonnenstein ermordet.

“Wenn einmal der Nebel sich zerteilt hat, in dem wir leben, dann wird man sich fragen, warum nur einige, warum nicht alle sich so verhalten haben."
An seinen Bruder Siegfried, 1940

Haftnummer:
4953